David F.J. Campbell,
Christian Schaller (Hrsg.), Demokratiequalität in Österreich Zustand
und Entwicklungsperspektiven; Opladen 2002
Nach dem Beispiel des britischen Forschungsprogramm "The Democratic Audit
of the UK" überprüfen die Herausgeber des vorliegenden Bandes die
Qualität der österreichischen Demokratie, wobei sie sich auf eine seit
1994 laufende politikwissenschaftliche Debatte stützen können, die reichlich
einschlägiges Material bietet.
Österreich ist ein Beispiel einer verspäteten Zivilgesellschaft: Die
starke Dominanz des Parteien- und Verbändestaates, mach(t)en Österreich
zu einem Sonderfall westlicher Demokratien. Zwar ist das politische System seit
den späten 1980er Jahren in Bewegung geraten, aber trotzdem sind etliche
Problemkomplexe, die Campbell und Schaller ansprechen nachwievor berechtigt, etwa:
"Grundrechte (sind) entscheidend dafür, dass eine Demokratie
nicht nur nach 'formalen' Kriterien demokratisch ist... Wichtig ist dabei, inwieweit
die Grundrechte allen Mitgliedern der Gesellschaft... StaatsbürgerInnen
und Nicht-StaatsbürgerInnen zur Verfügung stehen... Die Garantie
der Rechte faktisch benachteiligter Gruppen, beispielsweise der Frauen, ist ein
anderes wichtiges Thema..."
"Die österreichweite 4%-Hürde für den Einzug in den
Nationalrat kann weiter abgesenkt werden, damit möglichst wenige Stimmen
verlorengehen."
Fazit aus sozialliberaler Sicht: es gibt viel zu tun. Packen wir es an!